Viele Firmen-Websites sind zehn Jahre alt oder älter. Damals wurden sie sorgfältig gebaut, oft von Hand in HTML, mit einer älteren Technik wie klassischem ASP oder mit einem Baukasten, den es heute nicht mehr gibt. Sie funktionieren irgendwie noch. Aber jede Änderung wird zum Projekt, und am Handy sieht man nur die Hälfte. Die Frage ist dann: Reicht es, die alte Website zu modernisieren, oder braucht es eine neue?
Woran Sie merken, dass es Zeit ist
Nicht jede ältere Website muss erneuert werden. Wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen, lohnt sich ein genauer Blick:
- Am Handy schlecht lesbar. Man muss vergrößern und seitlich schieben. Inzwischen kommt bei vielen Betrieben mehr als die Hälfte der Besucher über das Handy.
- Kein Schloss in der Adresszeile oder eine Warnung „Nicht sicher“. Die Seite läuft ohne verschlüsselte Verbindung (HTTPS).
- Formulare funktionieren nicht mehr oder Sie wissen nicht, ob Anfragen ankommen.
- Teile fehlen oder bleiben leer, etwa Videos oder Animationen, die mit Flash gebaut waren. Flash wird von keinem aktuellen Browser mehr angezeigt.
- Niemand kann mehr etwas ändern. Der Webdesigner ist nicht mehr erreichbar, die Zugangsdaten fehlen, oder für jede Telefonnummer braucht es einen Auftrag.
- Die Technik dahinter wird nicht mehr gepflegt: eine sehr alte PHP-Version, ein Content-Management-System ohne Sicherheitsupdates (etwa Joomla 3 oder ältere Versionen von TYPO3), ein Baukasten, dessen Anbieter aufgehört hat.
- Pflichtangaben sind veraltet: alte Anschrift im Impressum, Datenschutzerklärung von 2018, eingebundene Dienste, die niemand mehr kennt.
Drei Wege für eine alte Website
Weg 1: Modernisieren, wo sie ist
Die bestehende Website wird überarbeitet: Verschlüsselung einrichten, das Layout für Handys anpassen, Formulare reparieren, Technik aktualisieren.
- Passt, wenn die Website auf einem gepflegten System läuft (zum Beispiel einem aktuellen WordPress) und nur das Aussehen oder einzelne Teile veraltet sind.
- Passt nicht, wenn die Technik selbst am Ende ist. Eine handgeschriebene HTML- oder ASP-Seite fürs Handy umzubauen, kostet oft mehr als ein Umzug, und danach können Sie trotzdem nichts selbst ändern.
Weg 2: Umziehen auf ein gepflegtes System, mit den vorhandenen Inhalten
Die Texte und Bilder bleiben, wie sie sind. Sie werden Seite für Seite in ein aktuelles System übertragen, meist WordPress, mit einem schlichten, am Handy gut lesbaren Aussehen in Ihren Farben und mit Ihrem Logo.
- Passt, wenn Ihre Inhalte im Kern noch stimmen und Sie vor allem wollen, dass die Website wieder zeitgemäß funktioniert und Sie Kleinigkeiten selbst ändern können.
- Vorteil: überschaubarer Aufwand, gut planbar, oft zum Festpreis. Sie müssen keine neuen Texte schreiben.
- Grenze: Es wird keine neue Gestaltung und kein neuer Auftritt. Wer sich neu positionieren will, ist bei Weg 3 richtig.
Weg 3: Neu bauen
Neue Struktur, neue Texte, neue Fotos, neue Gestaltung. Das ist ein echtes Projekt, meist mit einer Agentur oder einem Webdesigner.
- Passt, wenn sich Ihr Betrieb verändert hat, die Website nicht mehr zu Ihnen passt oder sie mehr können soll (Online-Buchung, Shop, mehrere Sprachen).
- Bedenken Sie: Der größte Aufwand liegt meist nicht bei der Technik, sondern bei Ihnen: Texte liefern, Fotos organisieren, Entwürfe freigeben. Planen Sie dafür Zeit ein.
Checkliste vor der Entscheidung
Diese Fragen helfen Ihnen, den passenden Weg zu finden, und sie sind eine gute Grundlage für das Gespräch mit jedem Anbieter.
- Stimmen die Inhalte noch? Leistungen, Preise, Ansprechpartner, Fotos. Wenn ja: Weg 1 oder 2. Wenn nein: eher Weg 3.
- Wie viele Seiten hat die Website? Zählen Sie einmal durch, auch die versteckten (Anfahrt, Downloads, alte Aktionen). Davon hängt der Aufwand ab.
- Was muss die Website können? Nur informieren und Anfragen annehmen, oder auch Termine buchen, verkaufen, Mitglieder verwalten?
- Wer ändert künftig Inhalte? Sie selbst, eine Mitarbeiterin, oder immer ein Dienstleister?
- Haben Sie alle Zugänge? Zur Domain, zum Hosting, zu den E-Mail-Postfächern. Wichtig: Die Domain sollte auf Ihren Betrieb eingetragen sein, nicht auf den Webdesigner.
- Welche Seiten werden bei Google gefunden? Suchen Sie nach Ihrem Firmennamen und nach Ihren wichtigsten Leistungen. Diese Adressen dürfen beim Umbau nicht verloren gehen.
- Was ist mit den E-Mails? Liegen die Postfächer beim selben Anbieter wie die Website? Dann gehören sie zur Planung dazu.
- Welches Budget und welcher Zeitrahmen? Auch ein ehrliches „möglichst wenig“ hilft dem Anbieter, den richtigen Weg vorzuschlagen.
Was bei jedem Weg gleich bleiben muss
Egal, wofür Sie sich entscheiden: Drei Dinge gehören in jeden Auftrag, und sie werden häufig vergessen.
- Die alten Adressen leiten weiter. Jede Unterseite hat eine Adresse, unter der Google sie kennt und unter der andere Seiten auf Sie verlinken. Ändert sich die Adresse, braucht jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung (301) auf die passende neue Seite. Sonst landen Besucher auf einer Fehlerseite, und Google verliert die Seite aus den Ergebnissen.
- E-Mail läuft ohne Unterbrechung weiter. Wenn mit der Website auch der Server wechselt, müssen die Postfächer mit allen Ordnern mitkommen, und die Umstellung der Domain ist so zu planen, dass keine Mail verloren geht.
- Erst prüfen, dann umschalten. Die neue Website wird unter einer Testadresse fertig gebaut und von Ihnen abgenommen. Erst dann wird umgestellt, und die Domain bleibt dieselbe.
Und noch etwas: Nutzen Sie den Umbau, um Impressum und Datenschutzerklärung auf den aktuellen Stand zu bringen. Was dazu in Österreich gilt, steht in unserem Ratgeber Website-Pflichten in Österreich.
Womit Sie rechnen können
Die Kosten hängen weniger von der Technik ab als vom Umfang und davon, wie viel neu entsteht. Grob:
- Modernisieren (Weg 1): von einigen hundert Euro für Verschlüsselung und kleine Reparaturen bis zu einem größeren Betrag, wenn das Layout für Handys umgebaut werden muss.
- Umziehen mit vorhandenen Inhalten (Weg 2): für eine kleine Firmenwebsite mit bis zu zehn Seiten meist im Bereich von rund tausend bis zu einigen tausend Euro.
- Neu bauen (Weg 3): je nach Gestaltung, Texten und Funktionen von einigen tausend Euro aufwärts.
Lassen Sie sich in jedem Fall einen Festpreis nennen, in dem steht, was dabei ist und was nicht. Und fragen Sie, wer sich danach um Updates und Sicherung kümmert. Eine neue Website, um die sich niemand kümmert, ist in fünf Jahren wieder eine alte.
Wenn Weg 2 für Sie passt: Wir übertragen alte Websites zum Festpreis auf WordPress, mit Ihren Texten und Bildern, Weiterleitungen für alle alten Adressen und Abnahme unter einer Testadresse. Danach ist die Website betreut: aktuell, gesichert und jeden Monat geprüft. Gern sehen wir uns Ihre Website an und sagen Ihnen ehrlich, welcher Weg der richtige ist. Rückruf anfordern.